Der Tesla Roadster ist das wohl am längsten angekündigte Elektroauto der Geschichte. 2017 erstmals präsentiert, mehrfach verschoben – und jetzt soll er 2026 tatsächlich in Produktion gehen. Wir analysieren alles, was wir über den kommenden Hypersportwagen wissen.
Stand Juli 2026: Tesla hat die finale Produktion des Roadster für Ende 2026 bestätigt. Die ersten Auslieferungen sollen an Reservation-Holder gehen, die seit 2017 eine Anzahlung von 50.000 USD geleistet haben.
Die Geschichte der Verzögerungen
Der Roadster wurde am 16. November 2017 während der Semi-Enthüllung überraschend vorgestellt. Elon Musk fuhr damals mit dem Prototyp auf die Bühne und versprach:
- 0–100 km/h in 1,9 Sekunden – schneller als jeder Serienwagen
- Über 1.000 km Reichweite – ein bis dahin undenkbarer Wert
- Höchstgeschwindigkeit über 400 km/h
Seitdem wurde der Produktionsstart mehrfach verschoben:
| Jahr | Angekündigter Start | Grund der Verzögerung |
|---|---|---|
| 2020 | Ursprünglicher Plan | COVID-19, Model Y Priorisierung |
| 2022 | Zweiter Anlauf | Chipkrise, Cybertruck-Fokus |
| 2023 | „Nächstes Jahr" | Cybertruck-Produktionsprobleme |
| 2025 | Neuer Zieltermin | FSD-Fokus und Cybercab |
| 2026 | Bestätigt | Produktionsvorbereitung läuft |
Bestätigte technische Daten
Die Batterie: 200 kWh und neue Zellchemie
Der Roadster soll die bisher größte Batterie in einem Tesla-Pkw erhalten. Mit rund 200 kWh Kapazität wäre er deutlich über dem Model S (100 kWh). Tesla nutzt dabei die weiterentwickelten 4680-Zellen der dritten Generation, die eine höhere Energiedichte bei geringerem Gewicht bieten.
Die Herausforderung: Bei einer geschätzten Fahrzeugmasse von 1.800 kg müsste der Verbrauch unter 20 kWh/100 km liegen, um die 1.000-km-Marke zu erreichen. Das ist bei einem Sportwagen dieser Leistungsklasse extrem ambitioniert.
Realistischer Reichweitenwert: Experten schätzen die tatsächliche Autobahn-Reichweite bei sportlicher Fahrweise auf 650–750 km. Die 1.000 km dürften nur bei moderatem Tempo (100–120 km/h) erreichbar sein.
Drei Antriebsmotoren
Der Roadster setzt auf ein Tri-Motor-Setup: zwei Motoren an der Hinterachse und einer an der Vorderachse. Diese Konfiguration ermöglicht:
- Torque Vectoring – jedes Hinterrad wird individuell angesteuert
- Maximale Traktion – wichtig für die 1,9-Sekunden-Beschleunigung
- Rekuperationsleistung – effizientere Energierückgewinnung
Das SpaceX-Paket: Kaltgas-Thruster im Auto
Die wohl verrückteste Option in der Automobilgeschichte: Das SpaceX Performance Package soll den Roadster mit Kaltgas-Düsen ausstatten, die Druckluft zur Schubverstärkung nutzen.
Musk verspricht damit:
- 0–100 km/h in unter 1,0 Sekunden – physikalisch am Limit der menschlichen Belastbarkeit
- Verbesserte Kurvenstabilität durch Seitenthrust
- Kürzere Bremswege durch Gegenschub
Ob dieses Paket tatsächlich straßenzugelassen wird, ist unklar. In der EU dürften die Zulassungsbehörden erhebliche Bedenken haben.
Vergleich: Ein Formel-1-Wagen beschleunigt in ca. 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Roadster wäre in der Basis-Version bereits schneller – und mit SpaceX-Paket in einer völlig anderen Liga.
Design und Karosserie
Der Roadster wird ein 2+2-Sitzer mit abnehmbarem Glasdach – ein Verweis auf den originalen Tesla Roadster von 2008. Designmerkmale:
- Flache, aerodynamische Silhouette mit cW-Wert unter 0,22
- Aktiver Heckspoiler – fährt bei hohen Geschwindigkeiten automatisch aus
- T-Top-Dachkonstruktion – das Glasdach kann im Kofferraum verstaut werden
- 22-Zoll-Schmiedefelgen mit speziell entwickelten Reifen
Preise und Verfügbarkeit
| Variante | Preis (geschätzt) | Verfügbarkeit |
|---|---|---|
| Roadster Basis | ab 200.000 $ | Ende 2026 |
| Roadster SpaceX | ab 250.000 $ | 2027 (unbestätigt) |
| Founders Series | 250.000 $ | Ausverkauft (1.000 Stück) |
In Europa dürften die Preise aufgrund von Zöllen und Steuern 20–30% höher liegen. Ein deutscher Listenpreis von 230.000–260.000 € ist realistisch.
Konkurrenz: Wie schlägt sich der Roadster?
Der Roadster positioniert sich clever: Er bietet Hypercar-Performance zum Bruchteil des Hypercar-Preises. Die Rimac Nevera ist schneller, kostet aber über 2 Millionen Euro. Der Porsche Taycan Turbo GT ist komfortabler, aber deutlich langsamer.
Lohnt sich die Reservation?
Wer 2017 reserviert hat, zahlt den Founders-Preis von 250.000 $ für die limitierte Erstauflage. Angesichts der zu erwartenden Nachfrage und des Sammlerwerts könnte das ein echtes Schnäppchen werden.
Für Neuinteressierte gilt: Die reguläre Reservation kostet 50.000 $ (43.000 €). Angesichts der langen Wartezeit und fehlenden Garantie auf einen Liefertermin sollte man dieses Geld nur investieren, wenn man es problemlos entbehren kann.
Unser Rat: Wartet auf die ersten unabhängigen Tests und realen Reichweitenmessungen, bevor ihr eine Reservation abschließt. Die Geschichte zeigt, dass sich Teslas Ankündigungen und die Realität manchmal deutlich unterscheiden.
Fazit: Hype oder Revolution?
Der Tesla Roadster hat das Potenzial, den Sportwagen-Markt zu revolutionieren – wenn Tesla die versprochenen Specs tatsächlich liefert. Die bisherige Track-Record bei ambitionierten Ankündigungen (Cybertruck, FSD) mahnt zur Vorsicht.
Was feststeht: Kein anderer Hersteller bietet diese Kombination aus Performance, Reichweite und relativem „Schnäppchenpreis". Der Roadster wird polarisieren – aber genau das hat Tesla schon immer am besten gekonnt.
Dieser Artikel wird aktualisiert, sobald Tesla neue Details zum Roadster bestätigt. Letztes Update: Juli 2026.




